Mit der Veröffentlichung der neuen DIN EN ISO 9612:2025 „Akustik – Bestimmung der Lärmexposition am Arbeitsplatz – Methodik“ steht Unternehmen, Fachkräften für Arbeitssicherheit und Messstellen eine aktualisierte Grundlage zur Ermittlung der Lärmbelastung von Beschäftigten zur Verfügung. Die Norm ersetzt die bisherige Ausgabe von 2009 und beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Messung und Bewertung der beruflichen Lärmexposition.
Die Ermittlung der Lärmexposition ist eine zentrale Forderung der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV). Arbeitgeber sind verpflichtet, die Gefährdungen durch Lärm zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen einzuleiten, sobald Auslösewerte erreicht oder überschritten werden. Im Zusammenspiel mit den technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV Lärm) und der DIN EN ISO 9612 sind die Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h zu ermitteln und zu bewerten.
Was regelt die DIN EN ISO 9612?
Die Norm legt eine einheitliche Methodik fest, mit der die tägliche Lärmexposition von Beschäftigten ermittelt und dokumentiert werden kann. Dabei werden sowohl A-bewertete Dauerschallpegel als auch relevante Spitzenschalldruckpegel berücksichtigt.
Für die Bestimmung der Lärmbelastung stehen drei Messstrategien zur Verfügung:
- Tätigkeitsbezogene Messung
- Arbeitsplatzbezogene Messung
- Ganztägige personenbezogene Messung
Die geeignete Strategie wird auf Grundlage einer vorherigen Arbeitsanalyse ausgewählt. Ziel ist es, repräsentative und nachvollziehbare Messergebnisse zu erhalten.
Wesentliche Neuerungen
Die neue Ausgabe der Norm legt noch größeren Wert auf eine strukturierte Arbeitsanalyse, die Bildung von Gruppen mit vergleichbarer Geräuschexposition sowie die Bewertung von Messunsicherheiten. Dadurch wird die Vergleichbarkeit von Messergebnissen verbessert und die Aussagekraft von Gefährdungsbeurteilungen erhöht.
Zudem werden die einzelnen Schritte von der Planung über die Durchführung bis zur Ergebnisdarstellung klarer beschrieben. Dies unterstützt Unternehmen dabei, die Anforderungen der LärmVibrationsArbSchV rechtssicher umzusetzen
Lärm zählt nach wie vor zu den häufigsten gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz. Eine fachgerechte Ermittlung der Exposition bildet die Grundlage für wirksame technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen. Die neue DIN EN ISO 9612 hilft dabei, Belastungen frühzeitig zu erkennen, Gehörschäden vorzubeugen und die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
Wir unterstützen Unternehmen bei der Durchführung normgerechter Lärmmessungen nach DIN EN ISO 9612, der Bewertung der Messergebnisse sowie bei der Ableitung geeigneter Schutzmaßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Gerne beraten wir Sie zu den Auswirkungen der neuen Norm auf Ihre betriebliche Praxis.
Ihre Ansprechpartnerin für den Bereich Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz: Frau Patricia Hubmann patricia.hubmann@bekon-akustik.de (0821/34779-0)
